Ein Nachmittag mit Bob Dylan - Biber Hermann und Markus Stambke spielen Songs zu Abschied und Wandel

veröffentlicht 11.06.2026 von Andreas Müller, NNP Limburg, GKG mittleres Lahntal

The Times, They Are A-Changin‘“. Dieser Titel eines Bob-Dylan-Songs steht wie kaum ein anderer für den Wandel. Der Gitarrist und Sänger Biber Hermann und Pfarrer Markus Stambke haben zum Saisonstart der Konzerte in der Berger Kirche der Musik von Bob Dylan und dem Thema Abschied und Wandel ein ganzes Konzert gewidmet

„Wie schön, eine volle Kirche“, freut sich Markus Stambke. Und Biber Hermann ergänzt das Wortspiel: „Brechen, die Kirche brechend voll“. Dass nichts bleibt, wie es war, kennen wir wohl alle. Bob Dylan beschäftigen diese Themen in vielen seiner Songs von den frühen Folktagen an. Schnell wird deutlich, dass beide große Fans von Bob Dylan sind. Nicht nur an der Interpretation seiner Lieder, sondern auch an den interessanten Geschichten, die Markus Stambke zu erzählen wusste. Es gehe um Zeiten, die kommen, Zeiten, die gehen und Zeiten, die sich verändern, so Stambke. Es gehe auch um den Abschied von Menschen, die man geliebt hat, egal, ob durch Trennung oder Tod. „Bob Dylan hat sein Leben lang Songs über Veränderungen und Abschied geschrieben, dabei die Menschen auch immer gerne vor den Kopf gestoßen“, erzählt Stambke, sei es durch den unerwarteten Wechsel von der akustischen zur E-Gitarre mit lauter Band oder dem Übertritt vom Juden- ins Christentum. Joan Baez scheint mit seinen Launen aber ganz gut zurechtgekommen sein: „Es gab Schlimmeres, als mit ihm verheiratet zu sein“. Stambke schwärmt von einem Joan-Baez-Konzert in Frankfurt bei ihrer Abschiedstour und erinnert sich gerne an ihre „mit Silberfäden durchzogene Altstimme“. Passend zu Abschied spielen Biber Hermann und Markus Stambke „Don’t Think Twice, It’s All Right“. Markus Stambke greift hierbei auch zur Mundharmonika. Vorzüglich hört man mit den Klängen der Mundharmonika auch die Wehmut wegen des Endes einer Beziehung, was in „Tomorrow Is A Long Time“ sehr gut zum Ausdruck kommt. Das Lebensgefühl der jungen Leute Anfang der 60er Jahre drückt „The Times, They Are A-Changin‘“ aus. John F. Kennedy war Präsident der USA, hat die jungen Menschen angesprochen, Hoffnung verbreitet. Es bildete sich eine Bewegung für gleiche Rechte für Schwarze und Weiße. „Wir brauchen diesen Geist von damals, gerade in diesen Zeiten, wo Trump und andere Diktatoren dieser Welt alles auf den Kopf stellen“, sagt Markus Stambke eindringlich und erhält dafür Beifall. „Wir müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen“. Biber erzählt vom Kioskbetreiber Clemens am Rhein in der Nähe der Loreley, wo er als junger Mann öfter hinging. Ein Mann namens Hans hätte dort immer Rheinlieder gesungen. Im Sommer 1981 hatten die beiden dort einen Gast, der spontan in die Lieder eingestimmt habe. Als er wieder gegangen war, haben sie ein Plakat von Bob Dylan gesehen, der an diesem Tag auf der Loreley ein Konzert gegeben hat und den Gast erkannt. Biber greift dann zur Slide-Gitarre und spielt „I Ain’t Gonna Work On Maggies Farm No More“. Danach zeigt er sein großes Können auf der Gitarre, indem er alleine wie sechs Musiker spielt: Percussion, Bass, Rhythmus-Gitarre, Solo-Gitarre, Mundharmonika, Gesang. Sehr stimmungsvoll folgt das Liebeslied „Make You Feel My Love“, das auch Adele gecovert hat. Natürlich darf in einem Dylan-Konzert auch „Knockin‘ On Heavens Door“ nicht fehlen. Mit „Shelter From The Storm“ verabschieden sich die beiden, werden natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Biber bedankt sich mit dem Blues-Klassiker „Got My Mojo Working“ und „Leavin‘ Town Blues“, einem Abschiedssong aus eigener Feder.

Herzlichen DANK an Andreas Müller von der NNP Limburg für die Berichterstattung!