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Schön, dass Sie bei uns hereinschauen!

Herzlich willkommen auf der Homepage der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal. Wir sind sechs Gemeinden, die sich seit 1. Januar 2026 zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen haben – von Aumenau und Seelbach über Schadeck, Runkel und Steeden bis Limburg liegen die Orte entlang der Lahn. Wir sind als Gemeinde für Sie da – seelsorgerlich und begleitend, verbindend und verbindlich, und sehr gerne mit ihnen feiernd! So wie die kleinen Leute rechts auf dem Foto es bei einem Kita-Sommerfest vormachen.

Unsere Homepage möge Sie informieren, unterhalten und im besten Sinne anregen. Noch ist ihr Aufbau nicht ganz abgeschlossen. Aber wir arbeiten daran! Die wichtigsten Informationen und News bekommen Sie schon.

Viel Spaß beim Schauen und Entdecken,

Ihre Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal


Reformationstag – warum wir die Erinnerung brauchen

Die Kirche muss ständig erneut werden, ecclesia semper reformanda est, so hatte Martin Luther diese Überzeugung auf Latein seinerzeit formuliert. Dieser Satz ist der Kern der Reformation. Und der Kern dessen, warum wir heute noch an den Reformationstag erinnern. Am 31.10.1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen, mit denen er Kritik an der damaligen Römisch-katholischen Kirche und ihrer Ablass-Praxis übte. Luther hinterfragte, ob denn der Ablass dazu dienen könne, dass dem Menschen die Strafe für seine Sünden reduziert oder erlassen werden können. Mit Geld könne weder die eigene Sünde noch die von Angehörigen aufgehoben werden.

Diese Thesen lösten eine Bewegung aus, einen Widerstand, der kirchlich und politisch schließlich zur Bildung der Protestantischen Kirchen führte.

Die Kirche muss ständig erneuert werden. Dieser Satz greift aber noch viel tiefer als die Bereitschaft, Kirche und ihre Institutionen und Strukturen stets kritisch hinterfragen zu müssen. Denn es geht um eine elementare Sicht protestantischer Theologe auf den Menschen überhaupt.

Wer sind wir als Menschen? Wir sind allesamt Sünder, und das ist wahr. So war Luthers Antwort darauf. Im Römerbrief des Apostels Paulus fand er die klare Erkenntnis, dass wir als Menschen nicht von eigener Kraft und eigenem Vermögen uns vor Gott behaupten können. Wir sind nur Menschen. Kein Mensch kann sich vor Gott mit seinem Leben selbst rechtfertigen. Jeder Mensch ist angewiesen auf Gottes Gnade.

Gottes Gnade mit uns befreit uns. Allein in der Schrift finden wir die Grundlage dafür. Allein Christus trägt und erträgt uns, der für uns gestorben und auferstanden ist. Und allein im Glauben erfassen wir die Bewegung, die uns erlöst. Der Glaube ist es, auf den es ankommt.

Und alles weitere entsteht erst aus dem Glauben. Und ist Folge des Glaubens. Nicht die Voraussetzung. Aus dem Glauben heraus prägen und gestalten wir unser Leben, und richten es danach. Wenn wir uns das klar machen, dann werden wir uns selbst, und dann auch unsere Kirche, und unsere Politik kritisch hinterfragen, und die Veränderungen aus der Erkenntnis, dass wir angewiesen sind auf Gottes Gnade, begleiten und gestalten.

Luther sagte sehr schön: Unser ganzes Christsein ist im Werden. Eine Erkenntnis, mit der wir lernen zu leben als befreite, als begnadete, als beschenkte Menschen. Wohl uns, wenn wir so auftreten und uns so zeigen und so miteinander umgehen.

Daran ist am Reformationstag zu erinnern. Daraus ist jeden Tag zu leben!