"Auf lasst uns gehen zum Berg des Herrn!"

veröffentlicht 01.10.2026 von Markus Stambke, GKG mittleres Lahntal

Interkultureller Gottesdienst am 24. September in der Evangelischen Kirche Limburg

"Auf!" Dieses kleine Wort schuf einen weit gespannten und in seiner Vielfalt sehr bewegenden Gottesdienst im Rahmen der Interkulturellen Woche in Limburg. 

"Auf" - das war die Friedensvision des Propheten Micha mit dem Bild der vielen Völker, die zum Berg Gottes ziehen und dort ein Friedensfest halten. 

"Auf", das war der Auftalt zu einem neuen Gottesdienstformat, das wir bisher noch nicht ausprobiert hatten. 

"Auf", das war die Idee, als Deutsche und Ukrainer, als katholische, evangelische und orthodoxe Christen, als Leute aus Limburg und Umgebung und Menschen aus Kiev und Co., als Einheimische und Geflüchtete und Zugezogene Gottesdienst zu feiern.

"Auf" - mit Orgel und Flügel, mit Chor und Saxophon. "Auf," um voneinander zu hören. Larissa Stepaschenko und Larissa Kostenko erzählten, wie sie hierherkamen, und wie es war, hier Fuß zu fassen und "eine Oase zu finden" vor dem Krieg zuhause. Leonid, der Jude, Arzt und Saxophonist skizzierte sein Leben - auf Deutsch vorgelesen von Verena Moos, neue Pastoralreferentin im katholischen Limburg. Dekanatskirchenmusiker Harald Opitz führte in die Lieder ein, insbesondere in das russische "Tebe poem". Chorgesang wie das feierliche "Tu es petrus" von Palestrina und solistische Beiträge wie "The Lord will bless and keep you" gaben den musikalischen Glanz. 

"Auf" so sagte Pfarrerin Katrin Adams in ihrer Ansprache, wir feiern jetzt schon einen Hauch von dem Frieden, der einst sein wird. 

"Auf", so hieß es am Ende, wir bleiben noch da! Viele Gottesdienstbesucher nahmen die Einladung an, bei Bier und Wasser und Saft und Brezlen noch zu verweilen und ins Gespräch zu kommen. 

“Auf das Leben”, so heißt es im Judentum. Und, so war der Tenor, so einen Gottesdienst im nächsten Jahr erneut zu feiern! 

Vielen Dank an alle Beteiligten, es war ein ganz besonderer Abend! 
Markus Stambke, Pfarrer